Geschichte

Panorama Thüdinghausen

Die erste urkundliche Erwähnung dieser Ortschaft geht wohl auf die Zeitspanne 780-788 zurück, sie tritt aber zeiteindeutig erst 978 als Tutinhusen urkundlich auf. Gesichert ist weiterhin ein Grundbesitz des Klosters Corvey in Thüdinghausen zur Zeit des Abtes Sarachow (1053-1071). Dieser Corvey´sche Grundbesitz in Thüdinghausen fiel an Heinrich den Löwen (1129-1195). Dieser Besitz Heinrich des Löwen wurde zusammen mit seinem Eigentum in Northeim, welcher aus dem Erbe der Northeimer Grafen stammte, verbunden und gehörte dann zum Burggut in Moringen. Somit enstanden dann zwei große Grundbesitze in Thüdinghausen, zum einen der landesherrliche zum Burggut Moringen gehörende Besitz, zum anderen der kirchliche Besitz (Bistum Fulda / Erzbistum Mainz).

Um 1140 treten Söhne des auf der Moringer Burg residierenden Burgritters “von Moringen” , der eigentlich dem Geschlecht der Grafen von Roden entstammte, als Lehensinhaber des herzoglichen Grundeigentums in Thüdinghausen unter den Namen Bernhard, Hermann und Diedrich von Thuttigehusen auf. Die Söhne des o.g. Hermann von Thuttigehusen treten dann später unter dem Namen von Novalis auf dem ebenfalls zum Moringer Gutshof gehörenden Vorwerk Großenrode in Erscheinung, wieder eine Generation später führen dann die Söhne des Bernhard von Novalis Günther und Hermann den Namen Hardenberg. Somit führt die Linie der heutigen Grafen von Hardenberg direkt zurück nach Thüdinghausen, ihrem adeligen Ursprung.

In den nachfolgenden Jahrhunderten wechselt der kirchliche Besitz durch Lehenswechsel und Verpfändungen vielfach und wird auch zerstückelt. Auch war die landesherrschaftliche Besitzung von mehrfachem Besitzerwechsel gekennzeichnet. So befand sich dieser zur Zeit des 30-jährigen Krieges im Besitztum des Herzog Julius v. Braunschweig-Wolfenbüttel. Zuvor war Thüdinghausen zwischen 1466 – 1486 bei verschiedenen Fehden drei mal total abgebrannt worden.

Während des 30-jährigen Krieges enstand auch in dieser Ortschaft erheblicher Schaden. Die Äcker waren verwüstet und es dauerte fast 100 Jahre, bis sich das Dorf von den Schäden erholte. Auch eine einst von Weender Mönchen errichtete Kapelle war so beschädigt, daß sie 1742 schließlich abgerissen wurde. Ein vergrößerter Ersatzbau brannte 1777 bei einem Großbrand, dem fast der gesamte Ort zum Opfer fiel, ab und wurde durch eine neue, noch heute bestehende Fachwerk-Kapelle ersetzt. Mit der Landwirtschaft ging es erst wieder mit der Landesübernahme (1679) durch die Hannoverschen Kurfürsten bergauf. Georg Ludwig, der dann auch als Georg I. König von England wurde, benötigte für seine Flottenrüstung viel Lein und Flachs, was jetzt vermehrt auch angebaut wurde. Nach weiteren politischen Veränderungen wurden die Thüdinghäuser 1833 von allen Zehntlasten usw. befreit (die napoleonischen Truppen waren bereits wieder abgezogen). 1866 wurde die Region preußischer Besitz. Ab diesem Zeitpunkt nahm der Zuckerrüben- und der Getreideanbau zu.

Quelle: Walter Ohlmer, 1999 (gekürzt) aus www.moringen.de

Hier einige historische Bilder.